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05.01.2022

SPÖ-Sidl fordert Energiepolitik mit Hausverstand

Die neuen Pläne der EU-Kommission im Energiesektor, die Atomenergie als nachhaltig einzustufen, sind für SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl auch eine Konsequenz vieler kurzsichtiger Forderungen in Bezug auf die Energiewende. "Es braucht eine ambitionierte Klimapolitik. Das steht völlig außer Zweifel. Der Wettbewerb immer neuerer Klima-Forderungen oder noch strengerer Regelungen, ohne darauf zu achten, wie das auch regional, technisch und sozial umsetzbar ist, war aber ein Fehler. Davor haben wir immer gewarnt. Es ist höchste Zeit, dass die ‚Grünen Scheuklappen‘ verschwinden und realistische Planungen für eine neue Energieversorgung mit Hausverstand beginnen", erklärt Sidl, der die Kernkraft-Pläne kategorisch ablehnt:

"Die Atomkraft ist eine Technologie der Vergangenheit. Sie ist weder sicher noch nachhaltig. In die jetzige Sackgasse hat man sich aber leider mit Volldampf selbst hineinmanövriert.“

 

Dem EU-Parlament kommt laut Sidl auch in der Energiepolitik eine Schlüsselrolle zu. "Das Parlament muss weiter Tempo machen bei der notwendigen Umstellung auf erneuerbare Energieträger – gleichzeitig muss aber auch sichergestellt werden, dass die Versorgungskapazitäten mit den zusätzlichen Anforderungen Schritt halten können", erinnert Sidl an den zusätzlichen Energiebedarf durch die E-Mobilität und fordert auch mehr Verständnis für entsprechende Neubauprojekte: "Strom entsteht eben nicht in der Steckdose. Das sollte allen klar sein, die sich gegen den Neubau erneuerbarer Energiequellen wie Windräder und Solarparks, aber auch neuer Leitungsnetze, einsetzen. Wenn man die Verschiebung hin zu erneuerbaren Energiequellen will, dann brauchen wir viele neue Projekte."


Der Green Deal kann nur funktionieren, wenn er breit von der Bevölkerung getragen wird. Es braucht daher viel mehr Klimapolitik mit sozialem Gewissen. Wenn man das außer Acht lässt, dann werden die aktuellen Erhöhungen der Energiepreise nur ein kleiner Vorgeschmack sein. Dann wird die Zustimmung zu einer ambitionierten Klimapolitik aber leider enden wollend sein. Auch das wurde durch die ‚Grünen Scheuklappen‘ völlig ausgeblendet. Es kann nicht sein, dass sich Familien in Europa entscheiden müssen, ob sie Lebensmittel kaufen oder die Heizung aufdrehen", sieht Sidl „mehr Aufholbedarf bei europäischen sozialen Begleitmaßnahmen.“


SPÖ-EU-Abgeordneter kritisiert "Grüne Scheuklappen" und mahnt stärkeren Fokus auf soziale Verträglichkeit und Versorgungssicherheit ein