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25.11.2021

Königsberger-Ludwig zu „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“

Die Internationalen Kampagnen-Tage „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ stehen heuer unter dem Zeichen einer bedrückenden Serie an Frauenmorden sowie negativer Entwicklungen zu Zeiten der Lockdowns.


„Der Rückzug in die eigenen vier Wände während der Lockdowns hat die Situation mit häuslicher Gewalt zusätzlich verschärft“, resümiert Landesrätin Ulrike Königsberger.Ludwig. Die Anzahl der Betretungs- und Annäherungsverbote sei seit Frühjahr 2020 spürbar gewachsen. Ein eigener Runder Tisch mit allen wesentlichen Akteuren tage seit vergangenem Jahr regelmäßig, um Gewaltschutz und –prävention zu verstärken.


„Wir haben in Niederösterreich ein dichtes Netz an Beratungs- und Schutzmöglichkeiten. Unser Ziel ist, dass jede Frau weiß, wohin sie sich im Bedarfsfall wenden kann“, berichtet Königsberger-Ludwig über die Arbeit des Rundes Tisches. So versuche man nun, Frauen über in Supermärkten und Arztpraxen aufliegenden Foldern, Kassabons der Handelskette Spar sowie über QR-Codes auf Milchpackungen über die gängigen Anlaufstellen zu informieren.


Als das für die NÖ Frauenhäuser zuständige Regierungsmitglied habe Königsberger-Ludwig laufend Verbesserungen erzielt. „Vergangenes Jahr haben wir ein 100.000 Euro-Sicherheitspaket für die Frauenhäuser auf den Weg gebracht. Seit Anfang 2021 haben wir die Möglichkeit geschaffen, besonders gefährdete Frauen in anderen Bundesländern unterzubringen. Derzeit arbeiten wir an einem besseren Personalschlüssel in den Einrichtungen, sodass die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser mehr Zeit zur Betreuung der Bewohnerinnen haben. In Vorbereitung ist ebenso eine Novelle des Sozialhilfegesetzes, mit der endlich jede Frau ohne Rücksicht auf ihren Aufenthaltsstatus geschützt werden kann“, resümiert Königsberger-Ludwig die zahlreichen Reformen.


Im Laufe der Kampagnentage, die ein traditionelles Fahnenhissen sowie ein ExpertInnen-Symposium umfassen, gelte es aber auch ganz vordergründig darum, Opfern noch immer vorhandene Schamgefühle zu nehmen. „Es ist wichtig, die Frauen darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht alleine sind, dass sie Leidensgenossinnen haben, dass sie sich nicht schämen müssen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, dass es keinen Grund dafür gibt, Gewaltopfer zu werden. Die Schuld für die Gewalttat liegt immer beim Täter. Die meisten Frauenmorde werden von den Partnern oder Ehemännern begangen, für viele Frauen ist daher die Familie der gefährlichste Ort“, so Königsberger-Ludwig abschließend.



Besondere Gefährdungslage im Lockdown, aber auch zahlreiche Neuerungen