Bezirksorganisation Gänserndorf

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Maßnahmen für ein gewaltfreies Leben erarbeitet

Zum zweiten Mal tagte kürzlich der Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen im Landhaus St. Pölten. Gemeinsam mit ihrer Regierungskollegin Christiane Teschl-Hofmeister sowie Expertinnen und Experten erörterte Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig weitere Schritte für ein gewaltfreies Leben von Frauen. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Täterarbeit durfte erstmals Erich Lehner, Obmann des Dachverbandes für Männerarbeit Österreich, in diesem Kreis begrüßt werden.

Zu Beginn der Beratungen wurde berichtet, dass seit dem letzten Treffen konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht werden konnten. Zum Beispiel hätte die intensive Vernetzung der unterschiedlichen Einrichtungen einen großen Mehrwert gebracht. Von der Landespolizeidirektion würden die zuständigen Fachstellen nun auch wichtige Grundlagen durch neu ausgewertete Zahlen über häusliche Gewalt und familiäre Beziehungstaten erhalten. „Auch auf politischer Ebene konnten wir seit dem letzten runden Tisch Positives bewegen. Im Landtag wurde ein Antrag einstimmig beschlossen, dessen Ziel es ist, die Beratungsarbeit bereits bei weggewiesenen Männern zu ermöglichen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um Gewalttaten, wie wir sie zu Beginn des Jahres in Niederösterreich erleben mussten, zu verhindern“, unterstrich Königsberger-Ludwig in der Gesprächsrunde. Zudem enthalte diese Initiative einen weiteren wichtigen Vorstoß, um die Aufnahme von hoch gefährdeten Frauen in Frauenhäusern in anderen Bundesländern einheitlich regeln zu können und die notwendige Finanzierung sicherzustellen, führte die für Frauenhäuser zuständige Landesrätin weiter aus.

Die unmittelbare und zeitnahe Kontaktaufnahme mit Täter bzw. Gefährder nach dem Betretungsverbot sei für den Gewaltstopp und eine Verhaltensänderung unabdingbar, so ein Ergebnis der Beratungen. Einigkeit gab es auch bei der Präventionsarbeit, die bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzen muss. Außerdem wurde die Verbreitung von Informationen für betroffene Frauen als wichtiger Schritt bezeichnet. „Noch immer sind die Einrichtungen zu wenig bekannt“, meinte Königsberger-Ludwig dazu. Deswegen wird eine eigene Website über diese Stellen informieren und ein Informationsfolder an Orten aufliegen, die im Alltagsgeschehen von Frauen oft frequentiert werden, wie in Filialen von Supermärkten, aber auch in öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Kliniken und Arztpraxen.

In Niederösterreich steht darüber hinaus das NÖ Frauentelefon 0800810810 bereit, das für Betroffene eine erste Hilfe in schwierigen Lebenslagen sein kann. Diese Vorhaben werden auch mit den auf Bundesebene geplanten Maßnahmen abgestimmt, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und Synergien zu nutzen. „Es geht um ein gewaltfreies Leben für Frauen und Kinder. Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen und gemeinsam arbeiten,“ so Königsberger-Ludwig.