Bezirksorganisation Gänserndorf

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„Keinen Millimeter“ - Aktion 5 vor 12

Frauenrechte sind in ganz Europa in Gefahr. In Österreich diskutiert die Regierung gerade über Einschränkungen beim Schwangerschaftsabbruch. Seit 1975 können Frauen auch eine fortgeschrittene Schwangerschaft beenden, ‚wenn eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde‘. Die parlamentarische Bürgerinitiative fordert eine weitere Verschärfung bei Schwangerschaftsabbruch und die Abschaffung der eugenischen Indikation. Dagegen richtet sich das überparteiliche Bündnis #keinenmillimeter mit der Aktion 5 vor 12. Heute hat ein Flashmob am Rathausplatz in St. Pölten stattgefunden, bei der auch die SPÖ NÖ Frauen mit dabei waren.

„Am Selbstbestimmungsrecht der Frauen darf nicht gerüttelt werden. Wir lassen keine Rückschritte zu!“ sagte LAbg. Elvira Schmidt, die Landesfrauenvorsitzende der SPÖ NÖ. Am 7. Mai wird die von rund 60.000 ÖsterreicherInnen unterschriebene Initiative im Petitionsausschuss behandelt. Gegen eine Änderung beim Schwangerschaftsabbruch gibt es bereits über 140 Stellungnahmen von vielen Seiten. „Es gilt ein Zeichen zu setzen, wenn es darum geht, das schwer erkämpfte Recht von Frauen auf Selbstbestimmung über ihren Körper zu verteidigen. Es ist leicht, den Moralapostel zu spielen, wenn man nicht selbst vor dieser schweren Entscheidung steht. Ein Verbot bringt nicht weniger Abtreibungen, sondern mehr, weil schon bei Verdacht einer schweren Behinderung die Entscheidung auf Abbruch getroffen wird. Niemand macht sich so eine Entscheidung leicht. Es gilt, viele Fragen für sich selbst zu beantworten. Eine davon ist auch, was passiert, wenn ich nicht mehr bin, wer sorgt dann für mein Kind?“, ist Elvira Schmidt überzeugt.

„Die Initiative, die den Spätabbruch verbieten will, bringt die Gesellschaft keinen Schritt weiter. Offensichtlich wird versucht, für Frauen und behandelnde ÄrztInnen Barrieren aufzubauen, um so die Fristenlösung einzuschränken“, erklärt Mag. Martina Eigelsreiter, die Leiterin des Diversity-Büros in St. Pölten: „Keinesfalls hat sie die realen Lebensbedingungen von schwangeren Frauen und/oder erziehenden Müttern und Familien im Blick, sie beachtet weder die Wünsche der Familien noch die vorhandene Fachliteratur und Daten.“

„Bei dieser Diskussion sollten auf keinen Fall die Selbstbestimmung der Frauen und die Rechte von Menschen mit Behinderungen gegeneinander ausgespielt werden. Es geht vor allem darum, dass die letzte Entscheidung, die sich keine Frau leicht macht, von den Frauen selbstbestimmt getroffen werden muss und und im besten Fall treffen sie werdende Eltern gemeinsam. Daran darf nicht gerüttelt werden“, sagt Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig: „Zudem möchte ich einmal mehr darauf hinweisen, dass sich die Bundesregierung verstärkt für die Umsetzung der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen muss. Darüber sollte diskutiert werden und nicht ob man Frauen ihre Selbstbestimmung raubt.“

Kleiderbügel als Symbol: Kein Zurück!
Symbol der Aktion ist ein Kleiderbügel. Denn in Zeiten, als Schwangerschaftsabbrüche noch verboten waren, wurden verschiedene Hilfsmittel wie Kleiderbügel oder Stricknadeln benutzt, um ohne medizinische Hilfe einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Für die Frauen stellte dies eine große Gefahr dar. Viele wurden verletzt oder starben an den Folgen dieser Eingriffe. Diese Zeiten dürfen niemals wiederkehren!

Petition „Keinen Millimeter“
Gegen die Versuche, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu beschränken, hat das Bündnis #keinenmillimeter eine Petition gestartet. Diese kann online unterzeichnet werden: https://mein.aufstehn.at/petitions/keinenmillimeter

Gegen Verbote – Für finanzielle Absicherung von Familien
Statt Verbote und Rückschritte fordert das Bündnis eine finanzielle Absicherung von allen Familien und einen Ausbau der Kinderbetreuung. BündnispartnerInnen sind u.a. Frauenring, Initiatorinnen des Frauenvolksbegehrens, die ÖGB-Frauen, das Netzwerk der Mädchen und Frauenberatungseinrichtung, die Bundesjugendvertretung, die SPÖ-Frauen, die Grünen Frauen, Neos, die Liste Jetzt und viele mehr.